Europäisches Kulturerbe Siegel

© Hofburg Wien
© Hofburg Wien

Die Europäische Union zeichnet seit 2014 Stätten aus, die eine starke Symbolkraft für die gemeinsame Geschichte, Einigung und Identität Europas haben. Dazu zählen Denkmäler, Gedenkstätten, archäologische und industrielle Stätten, Kulturlandschaften, Kulturgüter oder immaterielles Kulturerbe. Das Siegel rückt europäische Errungenschaften und Werte wie Frieden, Freiheit, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Solidarität in den Fokus und schlägt von historischen Ereignissen eine Brücke in die Gegenwart.

Bislang wurden 38 Stätten EU-weit ausgezeichnet, darunter die Hofburg Wien (2016) und Carnuntum (2014). In der Auswahlrunde 2017 kamen unter anderem Schengen und der Vertrag von Maastricht dazu.

 

Nächste Bewerbungsrunde 2018/2019

Die nächste Bewerbungsrunde auf EU-Ebene ist 2019. Zur Vorauswahl der österreichischen Bewerberstätten führt das Bundeskanzleramt nun zum vierten Mal eine öffentliche Ausschreibung durch. Interessierte Institutionen können sich bis zum 31. Dezember 2018 in der Abteilung II/10 der Kunst- und Kultursektion bewerben: eu-kultur@bka.gv.at

Die Bewerbungsunterlagen für thematische Stätten werden demnächst veröffentlicht.

Die Anträge werden von unabhängigen ExpertInnen begutachtet und deren Empfehlung Bundesminister Mag. Gernot Blümel zur Entscheidung vorgelegt. Die Nominierung an die Europäische Kommission erfolgt im Februar 2019, die Entscheidung der EU-Jury für eine Auszeichnung pro Land wird Ende 2019 bekannt gegeben. Die Verleihungszeremonie in Brüssel findet schließlich im Frühjahr 2020 statt.

    

Auswahlkriterien

© Carnuntum
© Hofburg Wien

Die Auswahlkriterien sind im EU-Beschluss 1194/2011/EU geregelt und in den Leitlinien für Bewerberstätten näher erläutert. Als wichtigster Leitsatz gilt: die Stätte muss von europäischer Bedeutung sein und das eingereichte Projekt soll sich an ein europäisches Publikum richten.

Europäische Dimension der Stätte:

  • Bedeutung der Stätte für die Geschichte Europas oder beim Aufbau der EU sowie ihre Verbindung zu maßgeblichen europäischen Ereignissen, Persönlichkeiten oder Bewegungen
  • Bedeutung der Stätte für die Entwicklung gemeinsamer, europäischer Werte

Durchführung eines Projekts:

  • Aktivitäten für ein Europäisches Publikum
  • Fokus auf junge Menschen

Verwaltung der Stätte:

  • Solides Management und Strukturen
  • Gute Besucherinfrastruktur und mehrsprachige Informationen
  • Kommunikations- und Tourismusstrategie
  • Vernetzung mit anderen Stätten

 

Ausgezeichnete Stätten

Insgesamt tragen 38 Stätten das Europäische Kulturerbe-Siegel, beispielsweise:

Die Bewertung der EU-Expertenjury kann in deren Berichten von 2013, 20142015 und 2017 nachgelesen werden. Der erste Monitoring-Bericht wurde Ende 2016 veröffentlicht.

 

 

Fotorechte: Pan Europäisches Picknick, Robert Schuman Zentrum, Camp Westerbrok, Danzinger Werft, EU-Parlament in Straßburg, Westfälischer Frieden - Münster und Osnabrück