Europäisches Kulturerbe Siegel

© Hofburg Wien
© Hofburg Wien
Die Europäische Union zeichnet seit 2014 Stätten aus, die eine symbolträchtige Bedeutung für die gemeinsame Geschichte, Einigung und Identität Europas haben. Dazu zählen Denkmäler, Gedenkstätten, archäologische und industrielle Stätten, Kulturlandschaften, Kulturgüter oder immaterielles Kulturerbe. Ziel ist es, europäische Errungenschaften und Werte wie Frieden, Demokratie, Rechtsstaatlichkeit, Toleranz und Solidarität in den Fokus zu rücken und von historischen Bezugspunkten eine Brücke in die Gegenwart zu bauen.
 
Bislang wurden 29 Stätten in 16 Ländern ausgezeichnet, darunter die Hofburg (2016) und Carnuntum (2014). Die nächste Auswahlrunde ist 2017. Zur Vorauswahl der österreichischen Bewerber führt das Bundeskanzleramt eine Ausschreibung bis 31. Dezember 2016 durch.
 

Auswahlkriterien

Die Auswahlkriterien sind im EU-Beschluss 1194/2011/EU geregelt und in den Leitlinien für Bewerberstätten näher erläutert. Als wichtigster Leitsatz gilt: die Stätte muss von europäischer Bedeutung sein und das eingereichte Projekt soll sich an ein europäisches Publikum richten.

Europäische Dimension der Stätte:

  • Bedeutung der Stätte für die Geschichte Europas oder beim Aufbau der EU sowie ihre Verbindung zu maßgeblichen europäischen Ereignissen, Persönlichkeiten oder Bewegungen
  • Bedeutung der Stätte für die Entwicklung gemeinsamer, europäischer Werte

Durchführung eines Projekts:

  • Aktivitäten für ein Europäisches Publikum
  • Fokus auf junge Menschen

Verwaltung der Stätte:

  • Solides Management und Strukturen
  • Gute Besucherinfrastruktur und mehrsprachige Informationen
  • Kommunikations- und Tourismusstrategie
  • Vernetzung mit anderen Stätten

 

Auswahlverfahren

© Carnuntum
© Carnuntum

Die EU-Mitgliedstaaten sind alle zwei Jahre zur Nominierung von bis zu zwei Stätten berechtigt. Folglich bewerben sich die Stätten nicht direkt bei der EU, sondern zunächst im Rahmen des nationalen Auswahlverfahrens. Unter den nominierten Stätten wählt die EU-Expertenjury dann eine Stätte pro Land aus.

Nächste Bewerbungsrunde 2016/2017:

Das Bundeskanzleramt führt derzeit eine Ausschreibung durch, um die österreichischen Bewerberstätten vorzuselektieren. Interessierte Einrichtungen können sich bis zum 31. Dezember 2016 bewerben.

Die Auswahl der EU-Expertenjury wird bis Ende 2017 bekannt gegeben. Die Verleihungszeremonie in Brüssel findet im Frühjahr 2018 im Rahmen des „Europäischen Jahrs des Kulturerbes 2018“ statt.

 

Ausgezeichnete Stätten

Im April 2016 wurden zuletzt neun Stätten ausgezeichnet, darunter die Hofburg. Insgesamt tragen somit 29 Stätten das Europäische Kulturerbe-Siegel, beispielsweise:

Die Bewertung der EU-Expertenjury kann in deren Berichten von 2013, 2014 und 2015 nachgelesen werden. Der erste Monitoring-Bericht wurde Ende 2016 veröffentlicht.

 

 

Fotorechte: Pan Europäisches Picknick, Robert Schuman Zentrum, Camp Westerbrok, Danzinger Werft, EU-Parlament in Straßburg, Westfälischer Frieden - Münster und Osnabrück