Wie funktioniert EU-Kulturpolitik

Flaggen der EU-Mitgliedstaaten © Europäische Kommission
© Europäische Kommission

Mit dem EU-Vertrag von Maastricht wurde im November 1993 die Rechtsgrundlage für das kulturpolitische Engagement der Europäischen Union geschaffen. Der "EU-Kulturartikel“ wurde mit jeder Vertragsänderung umnummeriert: 128 (Maastricht 1993), 151 (Amsterdam 1997), aktuell 167 (Lissabon 2009). Die Kompetenz liegt weiterhin uneingeschränkt bei den EU-Mitgliedstaaten und die EU führt gemäß dem Subsidiaritätsprinzip unterstützende und koordinierende Maßnahmen durch. Gemäß dem „EU-Kulturartikel“ verpflichtet sich die EU zur Unterstützung der kulturellen Vielfalt, des Kulturerbes, des künstlerischen Schaffens sowie des nichtkommerziellen Kulturaustausches in Europa. Die kulturpolitische Arbeit wird von dem EU-Kulturministerrat, der Europäischen Kommission und dem Europäischen Parlament gemeinsam gestaltet.

 

EU-Kulturministerrat

EU-Kulturministerrat 31. Mai 2016 in Brüssel
Ratstagung 31. Mai 2016 © Europäische Union

Die EU-KulturministerInnen treffen sich zweimal im Jahr in Brüssel im Rahmen der Ratsformation "Bildung, Jugend, Kultur und Sport". Gemäß der Vorsitzrotation hat Malta von Jänner bis Juni die EU-Präsidentschaft, danach folgt Estland im zweiten Halbjahr 2017. Die Entscheidung im Rat erfolgt mit qualifizierter Mehrheit.

Sitzungskalender:

 

Europäische Kommission

EU-Kommissar Tibor Navracsics, © Europäische Kommission
EU‑Kommissar Tibor Navracsics, © Europäische Kommission

Seit 1. November 2014 ist Tibor Navracsics der neue EU-Kommissar für Bildung, Kultur, Jugend und Sport. Auch in der Generaldirektion Bildung und Kultur (GD EAC) gibt es seit 1. August 2014 mit Xavier Prats Monnés einen neuen Generaldirektor. Die für Kultur und Kreativität zuständige Direktion wird von Michel Magnier geleitet.

Im Bereich Kultur und Audiovisuelles werden von der Europäischen Kommission nur wenige Vorschläge für legislative Maßnahmen vorgelegt (z.B. Creative Europe). Bei den meisten Vorlagen handelt es sich um Mitteilungen zu bestimmten Themenbereichen. Weiters werden  Studien in Auftrag gegeben und Veranstaltungen durchgeführt.

 

Europäisches Parlament

Europäisches Parlament in Straßburg, © Europäisches Parlament
Europäisches Parlament in Straßburg, © Europäisches Parlament

Silvia Costa ist seit Juli 2014 Vorsitzende des Kulturausschusses (CULT). Er tagt rund zehn Mal im Jahr und befasst sich mit Legislativvorschlägen und Mitteilungen der Europäischen Kommission. Häufig werden Anhörungen durchgeführt oder Entschließungen zu bestimmten Themen verabschiedet.