CROSS SECTORAL: Journalism Partnerships 2022

07. September 2022


Der europäische Nachrichtenmediensektor steht vor zahlreichen Herausforderungen. Der digitale Wandel hat massive Auswirkungen auf die Art und Weise wie Nachrichten konsumiert und monetarisiert werden und verändert die Wertvorstellungen, die im analogen Zeitalter vorherrschten. Die Digitalisierung hat die Veröffentlichung von Nachrichten erleichtert, aber auch den grenzüberschreitenden Wettbewerb um Inhalte auf globaler Ebene verschärft.

Da Leser Informationen zunehmend aus Online-Quellen konsumieren und die traditionellen Nachrichtenkanäle Werbeeinnahmen verloren haben, ist die wirtschaftliche Nachhaltigkeit des professionellen Journalismus unter Druck geraten. Der Medienpluralismus ist im Laufe der Jahre geschwächt worden, da Zeitungen, insbesondere auf lokaler Ebene, schließen mussten.

Zur Bewältigung der länderübergreifenden Herausforderungen und Chancen des europäischen Nachrichtenmediensektors unterstützt Kreatives Europa kooperativen Qualitätsjournalismus und hochwertige Medienproduktionsstandards.

Die Journalismus-Partnerschaften sollen den europäischen Nachrichtenmediensektor im weiteren Sinne dabei unterstützen, nachhaltiger und widerstandsfähiger zu werden, und so zu einer vertrauenswürdigen Berichterstattung über aktuelle Themen, zu einer informierten und inklusiven demokratischen Debatte, zur Qualifizierung und Beschäftigung von Medienschaffenden und Journalisten sowie zu einem freien, vielfältigen und pluralistischen Medienumfeld beitragen.

 

Themen und Prioritäten:

Journalistische Partnerschaften sollen die systemische Zusammenarbeit zwischen professionellen Nachrichtenmedienorganisationen fördern, um die Lebensfähigkeit und Wettbewerbsfähigkeit des professionell produzierten Journalismus zu verbessern, indem sie sich auf die gemeinsame Umgestaltung von Unternehmen und/oder gemeinsame journalistische Projekte konzentrieren.

 

Erwartete Ergebnisse:

  • Branchenweite Netze für den Austausch bewährter Verfahren zwischen Fachleuten der Nachrichtenmedien;
  • Wissenszentren für Teilsektoren rund um technische Formate (Print-/Onlinepresse, Radio/Podcasts, Fernsehen usw.) und/oder journalistische Genres (Lokal-/Regionaljournalismus, Journalismus im öffentlichen Interesse, Datenjournalismus, investigativer Journalismus usw.);
  • Erwerb und Verbesserung der beruflichen Fähigkeiten von Journalisten und Medienfachleuten;
  • Verstärkte Innovation und Kreativität bei journalistischen Produktions- und Vertriebsverfahren;
  • Steigendes Interesse am Journalismus bei verschiedenen sozialen Gruppen, Sprachgruppen und Altersgruppen;
  • Steigerung der Lebensfähigkeit journalistisch produzierter Inhalte.

 

Fördervoraussetzungen:

  • Mind. 3 Partner aus 3 förderbaren Ländern (einschließl. verbundene Unternehmen)
  • Zu den Konsortien können gemeinnützige, öffentliche und private Medien gehören (einschließlich Print-/Online-Presse, Radio/Podcasts, Fernsehen usw.) sowie andere Organisationen, die sich mit Nachrichtenmedien befassen (u. a. Medienverbände, NRO, journalistische Fonds und Ausbildungseinrichtungen für Medienschaffende usw.).
  • EU-Zuschuss: mind. € 300.000 und max. € 2,5 Mio
  • EU-Förderquote bis zu 80%
  • Dauer: 24 Monate
  • Budget: € 7,5 Mio

 

Beschreibung der geförderten Aktivitäten:

Gefördert werden sollen Kooperationsprojekte in und zwischen beliebigen Nachrichtenmedien(teil)sektoren und/oder -gattungen, die darauf abzielen, die Zusammenarbeit zu verbessern und systemische Veränderungen im gesamten Ökosystem der Nachrichtenmedien herbeizuführen. Die vorgeschlagenen Aktivitäten sollten klar begründet sein und auf den Bedürfnissen des/der gewählten (Teil-)Sektors/Sektoren basieren. An den vorgeschlagenen Partnerschaften sollten Organisationen aus Ländern/Regionen mit unterschiedlichen und vielfältigen Medienkapazitäten beteiligt sein.

Die Aktivitäten sollten darauf abzielen, dem breiteren Ökosystem in ganz Europa zu dienen, einschließlich kleiner Medien. Der Austausch bewährter Verfahren zwischen Betreibern in Medienmärkten mit unterschiedlichen und vielfältigen Merkmalen (in Bezug auf Sprachen, Produktionsvolumen, Größe, Digitalisierungsgrad usw.) wird gefördert, um das gegenseitige Lernen zu unterstützen.

Die Aktivitäten sollten konkrete Ergebnisse beinhalten und klare, objektiv überprüfbare und quantifizierbare Leistungsindikatoren für die Halbzeit und das Ende des Projekts festlegen. Die geschätzte Reichweite muss präziser sein als die Summe der verfügbaren Verteilungskanäle und sollte durch einen detaillierten Plan für die Öffentlichkeitsarbeit sowie den Nachweis des Interesses der Zielgruppen untermauert werden.

Alle Partnerschaften arbeiten mit voller redaktioneller Unabhängigkeit. Sie müssen professionelle, allgemein anerkannte redaktionelle Standards einhalten. Die gewählten Standards sollten im Vorschlag angegeben und durch eine unterzeichnete Erklärung zu Standards und Unabhängigkeit (im Anhang der Aufforderung) bestätigt werden.

Alle Partnerschaften sollten den ökologischen Fußabdruck der von ihnen vorgeschlagenen Aktivitäten berücksichtigen und gegebenenfalls die Strategien zur Gewährleistung eines nachhaltigeren und umweltverträglicheren Mediensektors beschreiben.

 

Ausschreibung:

Die Ausschreibung für Journalism Partnerships wurde am Funding and Tenders Portal der Europäischen Kommission veröffentlicht. Voraussetzung für die Antragstellung ist die Registrierung Ihrer Organisation im Funding and Tenders Portal und die Nominierung eines „LEAR“. Bitte entnehmen Sie der Website der EACEA das Manual sowie die notwendigen Schritte.

Einreichfrist: 7. September 2022 um 17:00 Uhr

Weitere Informationen zu EU-Förderungen für den News Media Sector.  

 

Am 6. April 2022, 11:00 Uhr findet eine Online Info Session der Europäischen Kommission zu Journalism Partnerships statt:

Online-Sessions: Creative Europe-MEDIA and Cross-sectoral 2022 (europa.eu)

 

 

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